Ehevertrag in Deutschland: Wann er sinnvoll ist und welche Regelungen wirklich wichtig sind
FAQ
Braucht jedes Ehepaar einen Ehevertrag?
Nein, nicht jedes Paar benötigt einen Ehevertrag. Für viele reicht die gesetzliche Regelung der Zugewinngemeinschaft aus. Besonders sinnvoll ist ein Ehevertrag jedoch, wenn Vermögenswerte ungleich verteilt sind, ein Partner selbstständig ist oder Kinder aus früheren Beziehungen vorhanden sind.
Ab wann kann man einen Ehevertrag abschließen?
Ein Ehevertrag kann sowohl vor der Hochzeit (als Verlobte) als auch während der Ehe abgeschlossen werden. Wichtig ist, dass er immer notariell beurkundet werden muss, um wirksam zu sein.
Welche Kosten entstehen für einen Ehevertrag?
Die Notarkosten hängen vom Vermögenswert ab, der im Ehevertrag geregelt wird. Bei einem Vermögen von etwa 200.000 € können Kosten von rund 1.000 € bis 1.500 € entstehen. Hinzu kommen gegebenenfalls Anwaltskosten für die individuelle Beratung.
Kann ein Ehevertrag auch nachträglich geändert werden?
Ja. Ein Ehevertrag kann jederzeit geändert oder ergänzt werden, solange beide Ehepartner einverstanden sind. Auch hierfür ist eine notarielle Beurkundung erforderlich.
Was passiert, wenn kein Ehevertrag abgeschlossen wird?
Dann gilt automatisch die gesetzliche Zugewinngemeinschaft. Im Falle einer Scheidung erfolgt ein Zugewinnausgleich, außerdem werden Rentenanwartschaften im Versorgungsausgleich geteilt.
Kann man im Ehevertrag den Unterhalt ausschließen?
Ein vollständiger Ausschluss von Unterhalt ist rechtlich problematisch. Klauseln, die einen Partner im Fall von Kinderbetreuung oder Krankheit unangemessen benachteiligen, können vom Gericht als sittenwidrig und damit unwirksam eingestuft werden.
Ist ein Ehevertrag ohne Notar gültig?
Nein. Ohne notarielle Beurkundung ist ein Ehevertrag unwirksam. Nur durch die notarielle Form erhält der Vertrag Rechtskraft.
Wann wird ein Ehevertrag für unwirksam erklärt?
Wenn er sittenwidrig ist, etwa weil er einen Ehepartner einseitig massiv benachteiligt, oder wenn sich die Lebensumstände wesentlich geändert haben und der Vertrag deshalb unzumutbar geworden ist.
Einleitung
1. Was ist ein Ehevertrag?
2. Wann ist ein Ehevertrag besonders sinnvoll?
Selbstständigkeit und Unternehmensbeteiligung
Ungleiches Vermögen oder Einkommen
Zweite Ehe oder Patchworkfamilie
Immobilienbesitz
Ehe auf klassischer Rollenverteilung
3. Welche Inhalte kann ein Ehevertrag regeln?
Güterstand
Unterhalt
Versorgungsausgleich
Erbrechtliche Fragen
Individuelle Regelungen
4. Vor- und Nachteile eines Ehevertrages
- Planungssicherheit: Klare Regelungen schaffen Sicherheit für beide Partner.
- Streitvermeidung: Viele Konflikte im Scheidungsfall lassen sich durch vorherige Vereinbarungen verhindern.
- Schutz von Vermögen und Unternehmen: Besonders relevant für Selbstständige und Unternehmer.
- Kosten: Notarkosten hängen vom Vermögen ab und können mehrere tausend Euro betragen.
- Mögliche Benachteiligung: Ein Ehevertrag kann sittenwidrig sein, wenn er einen Partner einseitig benachteiligt. In solchen Fällen kann er von Gerichten für unwirksam erklärt werden.
5. Kosten eines Ehevertrags: Womit müssen Paare rechnen?
6. Kann ein Ehevertrag nachträglich geändert werden?
7. Was passiert ohne Ehevertrag?
- Jeder Ehepartner bleibt Alleineigentümer seines eingebrachten Vermögens.
- Während der Ehe hinzugewonnenes Vermögen wird im Falle einer Scheidung ausgeglichen.
- Zusätzlich findet ein Versorgungsausgleich statt, bei dem Rentenanwartschaften hälftig geteilt werden.
- Unterhaltsansprüche richten sich nach den gesetzlichen Vorgaben, ohne individuelle Ausgestaltung.